Toxische Beziehungen – Gift für die Seele

 

 Was zeichnet eine toxische Beziehung aus und welche Spuren hinterlässt sie?

 Das Wichtigste:

Toxische Beziehungen, sind Beziehungen, die dir nicht guttun! 

Eine gesunde Beziehung steht im Idealfall für Harmonie, Nähe, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung. Eine gesunde Beziehung ist geprägt von Sicherheit und ermöglicht eine bestmögliche Entwicklung, der jeweiligen Partner. Kommt hin und wieder Streit vor, so wird er in einer respektvollen Art und Weise ausgetragen und schadet nicht.

Nicht so bei der toxischen Beziehung:  

Dies sind Beziehungen, die dir dauerhaft mehr Kraft rauben als sie dir geben. Es ist keine Beziehungen auf Augenhöhe, es existiert ein ungesundes Macht- und Abhängigkeitsverhältnis. Der dominante Partner bestimmt, während der andere Partner sich anpasst, seine eigenen Bedürfnisse zurückstellt und zunehmend an Selbstbestimmung verliert.

Oft wird in dem Zusammenhang mit toxischen Beziehungen von narzisstischen Beziehungen gesprochen, in denen mindestens eine Person narzisstische Anteile hat, oder eine narzisstische Persönlichkeitsstörung aufweist.

Das kann ein Partner sein, ein Elternteil, ein toxischer Chef, oder eine andere Person, die mit dir in einer engeren Verbindung steht und dir schadet.

Diese Erlebnisse hinterlassen tiefe Spuren in deiner Seele, die dich oft über Jahre hinweg belasten. Dein Selbstwertgefühl wird dermaßen untergraben, dass dies massive Auswirkungen in psychischer und physischer Weise für dich hat. 

Bist du mit einem narzisstischen Elternteil aufgewachsen, oder hast du einen toxischen Partner an der Seite, kannst du depressive Symptome, oder gar Ängste entwickeln. 

Es sind Beziehungen, die dir deine Energie rauben und dich emotional auslaugen. Dabei fühlst du dich häufig unsicher, gestresst oder ängstlich. Du wirst ständig kritisiert, dein Selbstwertgefühl wird somit ständig untergraben. Die Kritik umfasste dein Verhalten, dein Aussehen sowie deine Entscheidungen. Oft sind es Aussagen wie: „Stell dich nicht so an“, „du bist zu empfindlich“, „das bildest du dir nur ein“. Du wirst in keiner Weise ernst genommen, sondern gedemütigt. Du bekommst mit der Zeit immer mehr das Gefühl nicht gut genug zu sein. Dein positives Selbstbild (wenn überhaupt noch vorhanden) leidet über die Jahre immer mehr und mehr. 

Wer einmal mit einem narzisstisch veranlagten Menschen zusammen war und es geschafft hat sich zu trennen, braucht oft Unterstützung um das, was ihm jahrelang eingeredet wurde, als toxisch zu begreifen und wieder ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Wenn du in einem Umfeld aufgewachsen bist, in dem z.B. ein Elternteil narzisstische Anteile hatte, ist die Gefahr groß, dass du dir einen Lebenspartner wählst, der ebenfalls toxisch ist. Weil du das eben kennst und sich das für dich vertraut anfühlt. Ein ungesunder Teufelskreis, den du als Betroffener zuerst einmal erkennen musst. 

Dieses schädliche Erleben hat großen Einfluss auf deine darauffolgenden Partnerschaften. Es ist wichtig im Vorfeld die alten Verletzungen aufzuarbeiten, damit eine zukünftige, harmonische Partnerschaft mit einem nicht toxischen Partner entstehen und gelingen kann. Sonst besteht die Gefahr wieder die nächste, ungesunde Beziehung anzuziehen, in der sich das Beziehungsdrama wiederholt.

Wie erkenne ich toxisches Verhalten?

Typische Merkmale toxischer Beziehungen, sogenannte Red Flags sind:

Love Bombing

Von „Love Bombing“ spricht man, wenn einer der beiden den anderen zu Beginn der Beziehung mit teuren Geschenken, Komplimenten und Aufmerksamkeit geradezu überhäuft.  Es kann ein Warnsignal sein, wenn das Gefühl da ist, der neue Partner bemüht sich so extrem, dass es etwas zu viel ist.

Manipulation

 Es wird versucht, durch Schuldgefühle oder Drohungen zu Manipulieren. Es wird suggeriert, dass die Partnerin oder der Partner schuld sei, wenn es momentan nicht so gut laufe. Häufige Strategien sind tagelanges Schweigen. 

Schweigen vermittelt das Gefühl, des schlechten Gewissens, der Schuld, der Demut, des “ nicht Wert seins“. Es vermittelt das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.

Gaslighting

Verdrehung von Tatsachen.

Dein Gegenüber versucht, deine Wahrnehmung der Realität zu manipulieren oder dich an deinem Verstand zweifeln zu lassen mit Sätzen wie: „Das bildest du dir nur ein“, „Das habe ich nicht gesagt“, „Du hast psychische Probleme“, „Du bist zu empfindlich/ hysterisch“.  Wer bei Konflikten dauernd Sprüche wie diese zu hören bekommt zweifelt mit der Zeit an sich und seiner Wahrnehmung und seinem Urteilsvermögen.

Kontrolle

Der Versuch, zu kontrollieren, wo du bist, was du tust, mit wem du sprichst, oder wie du dich kleidest. Der Versuch dich von anderen Menschen zu isolieren. Eigene Grenzen werden völlig ignoriert.

Mangel an Unterstützung

Du wirst in deinen Träumen und Zielen nicht unterstützt. Deine Erfolge werden ignoriert, oder heruntergespielt.

Unehrlichkeit/ Lügen

Es bestehen Schwierigkeiten offen und ehrlich zu kommunizieren und ständige Missverständnisse.

Übermäßige Eifersucht

Eine ungesunde Menge an Eifersucht, oder Besitzansprüche, die die persönliche Freiheit einschränken.

Respektlosigkeit

Mangel gegenüber deinen Meinungen, Gefühlen, Ambitionen, oder Grenzen.

Ständige Kritik und fehlende Empathie

Häufige Kritik an deinem Verhalten, Aussehen, oder deinen Entscheidungen, oft ohne positive Absicht. Ständiges Drama in der Beziehung.

Auf große Nähe folgt große Distanz

Häufig funktionieren die Beziehungen wie “Zuckerbrot und Peitsche“: Erst wird das Gegenüber mit Aufmerksamkeit oder Liebesbeweisen überschüttet. Danach wird der Spieß umgedreht und das Gegenüber wird beleidigt, bedroht oder manipuliert. Es entsteht daraus eine tiefe Verunsicherung, Selbstzweifel und das Selbstbewusstsein schwindet immer mehr.

Körperliche Gewalt

Das „Gift“ toxischer Beziehungen wirkt primär auf der emotionalen Ebene. Doch dabei muss es nicht bleiben. 

Neben der psychischen Gewalt kann es auch zu körperlicher Gewalt und Grenzüberschreitungen jeglicher Art kommen.

Ist meine Beziehung toxisch? Hier ist eine Checkliste

  • Du fühlst dich ständig erschöpft und ausgelaugt
  • Du hast das Gefühl, dich ständig rechtfertigen zu müssen
  • Du machst Dinge, die du eigentlich nicht willst, nur um Konflikte zu vermeiden
  • Deine eigenen Bedürfnisse werden immer wieder ignoriert

Falls das alles zutrifft und du dich in den Red Flags wiederfindest, deutet es stark darauf hin, dass du dich in einer toxischen Beziehung befindest.

Toxische Beziehungen können nicht nur schwerwiegende psychische Folgen haben, sondern auch mit Auswirkungen auf die physische Gesundheit verbunden sein:

  • Permanente Erschöpfung auf geistiger und körperlicher Ebene
  • Schlafstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden, Gewichtszunahme- oder Abnahme
  • Kopfschmerzen
  • Erhöhte Reizbarkeit
  • Depressionen
  • Angstzustände 
  • Symptome einer PTBS

sowie diverse weitere Symptome und Erkrankungen

Wie gelingt der Ausstieg aus einer toxischen Beziehung?

Oft braucht es Unterstützung von außen, um diesen Prozess zu bewältigen. Ein wichtiger Schritt ist, sich Freunden und Familie anzuvertrauen. Bei ihnen kannst du neue Kraft und Selbstbewusstsein tanken. 

Zusätzlich ist es sinnvoll dir professionelle Hilfe zu holen.

Ich kann dir als Therapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie helfen, die Beziehung aufzuarbeiten und dich unterstützen die eigenen Muster zu erkennen, um zu verhindern wieder in alte Verhaltensweisen zurückzufallen. 

Eine Therapie oder Beratung kann dir helfen, klare Grenzen zu setzen und deinen Selbstwert zu stärken. 

Sie kann dich aufbauen und dich bereit machen um erfüllende, gesunde Beziehungen in der Zukunft zu haben. 

Bild Unsplash : Kelly-sikkema-4le7k9XVYjE

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