Wie Veränderung gelingt

Warum ist Veränderung so schwierig?

Veränderung hat mit deiner Identität zu tun – Deine Identität ist deine tiefste Überzeugung wer du bist.
Veränderung bedeutet eine Gewohnheit zu durchbrechen.
Veränderung verbraucht viel Energie im Gehirn.
Veränderung birgt Unsicherheit und macht erst einmal Angst.

„Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.“

– Aristoteles

Unser Gehirn

Der älteste und mächtigste Teil ist das Stammhirn, das REPTILIENGEHIRN es ist ca.500
Mio. Jahre alt. Es ist wichtig für das Überleben, den Schlaf-Wach Rhythmus,
sexuelles Verlangen, für Flucht, Kampf oder Erstarren.
Das limbische System – SÄUGERHIRN – 200 Mio. Jahre alt- zuständig für
unsere Emotionen und das Bindungsverhalten.
Der frontale Hirnteil – der NEOCORTEX – 100 000 Jahre alt- zuständig für
das Moralempfinden, Einfühlungsvermögen, Empathie und Kommunikation und
für das rationale Denken.

Diese 3 Gehirnteile können im besten Fall gut miteinander arbeiten

Das Dilemma ist, das REPTILIENGEHIRN ist so mächtig, dass es die jüngeren Gehirnteile
überschreiben kann. Sobald du etwas Neues lernen möchtest, ist das
Stammhirn immer im Veto. Das Stammhirn hat Angst vor Veränderung, es will
das Gewohnte, Vertraute. Was gewohnt ist verbraucht weniger Energie. Jede
Bewegung daraus birgt Unsicherheit und macht Stress. Es kommt zum
Kritisieren und Abwägen von Risiken. Deswegen werden neue Ideen erst
einmal bekämpft, weil sie Unsicherheit bergen. Dadurch arbeiten die
Gehirnteile gegeneinander.

Ein wichtiger Aspekt für deine Veränderung ist dein Umfeld

Wenn dein Umfeld dich unterstützt und dem positiv entgegensteht was du verändern möchtest, wirst du sehr viel erfolgreicher sein.
Vernetze dich mit Menschen mit gleichen Zielen – Communities, Lerngruppen, Weight Watchers, Arbeitskreise, Vereine… ein Unterstützer Kreis von Menschen mit ähnlichen Zielen helfen dir dabei deine Ziele zu verfolgen.
Auch das äußere Umfeld hat Einfluss auf dich. Man hat festgestellt, dass in einer verwahrlosten, schäbigen Gegend die Kriminalität zurückgeht, wenn man sie saniert. Schaffe durch eine aufgeräumte, ordentliche Umgebung die optimalen Bedingungen.

Die Grundlagen der Veränderung - Beobachte dich selbst

Du brauchst ein Bewusstsein was in deinem Leben los ist. Was funktioniert? Was funktioniert nicht? Was sind meine Gewohnheiten? Wie Verhalte ich mich in meinen sozialen Beziehungen?
Auf was springe ich an und komme in Bewegung? Was bringt mich dazu, in Lethargie zu verfallen?
Du solltest dein Leben von einer Meta-Ebene betrachten, also als Beobachter von oben darauf schauen. Beobachte auf was du reagierst und beobachte dich selbst wie du zurückfällst in alte Gewohnheitsmuster und was der Auslöser war. Welche Gefühle, Gedanken gab es unmittelbar vorher? Auf welche Reize reagierst du, damit du ins tun kommst und beobachte auf was du reagierst, welche Gedanken du hast, dass ein Vorhaben scheitert. Nimm deine kritischen, vielleicht auch abwertenden Stimmen war und formuliere sie um in wohlwollende, positive Gedanken.

Man hat festgestellt, dass sich das Gehirn anfängt zu verändern, wenn man sich selbst mit seinem Verhalten beobachtet

Veränderung fängt an, wenn eine Bewusstheit darüber entsteht was man tut.

Dann kann man erkennen: Mensch, ich habe da ein Problem, oder eine komische Angewohnheit. Zum Beispiel: Ich habe Stress mich zu bewegen, oder mich gesünder zu ernähren, ruiniere mir aber, wenn ich nichts ändere meine Gesundheit.

Durch dieses Bewusst werden und erkennen entstehen, neue neuronale Verbindungen im Gehirn.

Das Model von Elefant und Reiter

Der Elefant steht für unsere emotionale Seite, kraftvoll und oft instinktiv getrieben. Im Vergleich dazu symbolisiert der Reiter auf dem Rücken unseren rationalen Verstand.

In den meisten Fällen laufen bei uns Gefühl und Verstand nicht synchron miteinander. Es ist wichtig, dass Gefühl und Verstand synchron miteinander laufen, dann gehen Dinge leichter von der Hand und somit auch Veränderung.
Wir brauchen irgendeine Emotionalität, wenn wir etwas verändern wollen, sie setzt den Elefanten in Bewegung
Das heißt der Elefant braucht eine spezielle Motivation damit er in Bewegung kommt und wir ins Handeln.
Der Reiter ist dazu da, diese spezielle Motivation aufzubauen und bereit zu stellen.
Die Entscheidung, die wir treffen muss also von einem Gefühl untermauert sein.

Was will ich und warum will ich es?

Warum will ich da überhaupt hin? Was ist mein Antrieb mich zu verändern?
Was motiviert dich z.B. am nächsten Morgen aufzustehen und Sport zu treiben? Ist es die Angst davor, im Alter gesundheitliche Probleme zu haben? Ist es das Schamgefühl in der Badehose, oder im Bikini dick auszusehen? Oder ist der Ansporn dein Selbstbewusstsein zu stärken um im Beruf und im Privaten mehr zu erreichen?
Was ist deine Motivation?
Wo willst du hin?

Visualisiere deine Motivation

Der erste Teil deiner Motivation ist deine Vision – Wo willst du hin? Du brauchst ein Bild, deine Vision muss sexy sein!
Deine Vision muss dir zuzwinkern und sagen: Hier komm zu mir!
Was soll damit erreicht werden?
Wenn du umziehen willst, ist das alleine nicht sexy. Die Vision in eine andere Stadt zu ziehen, mit mehr Möglichkeiten z.B. dann gehe ich Tango tanzen, habe mehr Spielraum, dort sind eventuell Freunde von mir die ich treffen kann. Wenn du dir vorstellen
kannst wie du da lebst und was du dort für tolle Perspektiven hast, DAS ist sexy!
Ganz wichtig, überlege dir : Was musst du in diese Richtung TUN?

Motivation die berührt

Du brauchst eine Motivation die dich berührt . NICHT ich sollte, ich müsste, ich könnte. Richtig ist es zu sagen : „Ich werde das tun“, nicht: „Ich werde das versuchen.“ Zum Beispiel möchtest du gerne Sport machen, du hast starkes Übergewicht . Eine Motivation wäre es, es für deine Familie zu tun bevor du eventuell in 5 Jahren einen Herzinfarkt bekommst und deine Familie allein da stehen könnte. Vielleicht willst du etwas etwas zum Wohl für die Allgemeinheit oder die Umwelt hinterlassen, oder mit deinem Vorhaben Menschen helfen, denen es nicht so gut geht.

Oder du willst ein Kochbuch schreiben. Deine Motivation könnte es sein, all deine gesammelten Familienrezepte für deine Kinder und Enkel für alle Zeit in einem Buch festzuhalten und weiterzugeben.

Finde deine wirkliche Motivation

Du brauchst eine Motivation, die auch so tragend ist, dass sie dich auch durch schwierige Phasen trägt, in denen es nicht so gut läuft.

Gut ist es, wenn deine Motivation noch über dich hinausgeht. Das heißt, wenn deine Familie betroffen ist. Wenn du z.B. stark übergewichtig bist und rauchst, dass du deine Enkel noch sehen möchtest und mit ihnen spielen möchtest. Oder, du hast ganz viel zu geben und andere könnten davon profitieren. Vielleicht möchtest du etwas für die Familie hinterlassen, was dir wichtig und wertvoll ist .Vielleicht ein Kochbuch mit den gesammelten Familienrezepten, die von Generation zu Generation so weitergegeben werden.

Du musst eine Entscheidung treffen

Eine Entscheidung ist der Punkt, an dem du sagst: „Ich tue es !“ Zwingend erforderlich ist an diesem Punkt dein umgehendes Handeln!
Wenn du sagst morgen, hast du schon verloren. Wenn du sagst ich mache Sport, solltest du es JETZT machen. Wenn du entschieden hast, gesünder zu essen, solltest du jetzt alles wegwerfen was dem entgegensteht.
Stell eine Erinnerung am Handy ein, um dich zu erinnern. Du musst dich jeden Tag neu entscheiden für dein Ziel! Rückfälle sind normal und erlaubt das gehört zum Prozess, wichtig ist es am Ball zu bleiben!
Auch wenn du einen Fehler gemacht hast, weitermachen und nicht aufgeben!!

Schritt für Schritt umsetzen

Je mehr du umsetzt, desto mehr Schub bekommst du, desto mehr Bewegung kommt in dein Leben.
Es geht nicht um Perfektion. Wenn alles perfekt ist, fängst du nie an.
Es gilt die 80/20 Regel, das bedeutet dass, 20% von dem, was du umsetzt, 80% des Ergebnisses ausmachen.
Lege eine bedeutungsvolle Sache fest, die du tun willst. Formuliere dein Ziel schriftlich aus. Suche etwas heraus, was dich berührt. Stelle dir die Frage: Wann habe ich das erreicht? Woran würde ich merken, dass ich es erreicht habe?
Warum möchte ich dahin?
Überfordere dich nicht und hab Spaß dabei !
Wie stellst du dir dein Leben vor, wenn du es erreicht hast?
Wo packt es dich gefühlsmäßig?

Der Stachel des Verzichts

Oft sind wir an einem Punkt des Einbrechens, wenn wir auf etwas verzichten müssen. Vor allem, wenn wir etwas gewohnt sind und es uns Sicherheit gibt.
Es ist immer ein Preis zu zahlen, sowohl wenn wir in Situationen bleiben, die uns nicht gut tun, sowohl wenn wir uns verändern. Wenn du in einem Beruf bleibst, der dir nicht gut tut, wirst du den Preis dafür bezahlen eventuell einen Burnout zu bekommen und krank zu werden. Wenn du den Job wechselst, verdienst du vielleicht etwas weniger und musst erstmal Kollegen zurücklassen, die dir ans Herz gewachsen sind. Trotzdem wird eine positive Veränderung sich langfristig für dich auszahlen und zwar in verschiedenen Bereichen.

Du kannst diesen Verzicht abpuffern und Sicherheiten umlagern, wenn etwas schiefgeht. Gibt es Familie, oder Freunde, die dich im Notfall unterstützen?
Gibt es Dinge die dir genauso gut tun?
Wenn du dich z.B. selbstständig machen möchtest, könntest du dies Schrittweise tun, indem du Stundenweise reduzierst und dir nach und nach deine Selbstständigkeit aufbaust.

Verknüpfe Handlungen

Je mehr Entscheidungen du immer wieder neu treffen musst, desto schwieriger wird es, die Veränderung konstant zu üben.
Eine Methode ist das Anknüpfen von neuen Handlungsweisen an alte Gewohnheiten, oder Tagesabläufe z.B. IMMER, wenn ich meine Zähne geputzt habe mache ich meine Atemübungen. IMMER, wenn ich Feierabend habe, gehe ich eine Runde Spazieren. IMMER, nach dem Aufstehen mache ich meine 50 Situps. Schreibe auf, was du koppeln könntest mit Handlungen aus deinem täglichen Leben.

Finde eine neue Identität

Veränderung wird dir wesentlich leichter fallen, wenn die angestrebte Veränderung Teil deiner Identität wird.
Wer bist du mit deiner neuen Verhaltensweise? Wer bist du mit der Veränderung? Wenn du dich z.B. selbstständig machen willst, kannst du dich als Unternehmerin sehen.
Wenn ich die Person wäre, die ich gerne sein möchte, wie würde sie entscheiden?
Schreibe auf: Wer ist die Person, die du sein möchtest? Wer wäre dein bestes Selbst? Welche Eigenschaften hätte die Person? Wie würde die Unternehmerin/Sportlerin etc. entscheiden? Inwiefern passt dein Veränderungswunsch zu diesen Eigenschaften?

Kleine Schritte machen

Du hast dein Ziel definiert. Nun geht es darum dieses Ziel in lauter kleine Zwischenschritte zu zerlegen. Wie komme ich von A nach Z ?
Plane viele kleine, machbare Schritte. Setze dir realistische Ziele, überfordere dich nicht, sonst gibst du womöglich auf. Hab Spaß dabei!
Notiere es zwingend in deinen Kalender. Je nachdem, was du anstrebst, braucht es 5 Minuten am Tag, eine halbe Stunde am Tag, ganz individuell.
Wenn du es gemacht hast, ist es ganz wichtig es danach abzuhaken.
Nimm dir jeden Abend eine Minute Zeit, in der du dich fragst, ob du es gemacht hast. Gib dir eine Punktzahl wieviel du gemacht hast.
Lass andere wissen, was du vorhast, lass dich fragen, wie weit du bist und ob du dran bleibst.
Steigere dich langsam und quäle dich nicht.Wenn du Joggen willst geh 20 Minuten spazieren und jogge 1 Minute .Am nächsten Tag machst du das gleiche und joggst 2 Minuten. Dann steigere dich von Tag zu Tag.

Veränderung ist ein Prozess, ein Weg der Zeit braucht

Du kannst dich verändern, es ist möglich. Rückschläge dürfen sein.
Denke dir präzise Vorgehensweisen aus und schreibe sie auf, mach dir eine Anleitung was dein Vorhaben exakt für dich bedeutet. Leg die Messlatte nicht zu hoch 80/20 ist gut, es muss nicht perfekt sein. Es perfekt machen zu wollen überfordert dich!
Feiere deine ersten Erfolge, auch die kleinen.
Wertschätze, was du hast und was du schon geleistet hast.

MACH NICHT NUR PLÄNE, TU ES!!

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